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Was Metadaten über deine Klasse verraten

Metadaten

Wenn ich mit Schülern über Datenschutz rede, kommt fast immer derselbe Satz: „Bei WhatsApp ist doch alles verschlüsselt.“ Stimmt. Was geschrieben wird, kann niemand mitlesen. Aber darum geht es gar nicht.

Drei Apps, ein Konzern

Die Eltern sind bei Facebook, oft mit freigegebenem Standort. Die Jugendlichen sind auf Instagram. Und alle Generationen schreiben sich über WhatsApp. Was viele nicht auf dem Schirm haben: Das ist ein einziger Konzern. Facebook, Instagram, WhatsApp, Messenger, Threads und die VR-Brillen von Meta Quest gehören zu Meta, gegründet und geführt von Mark Zuckerberg.

Laut JIM-Studie 2025 nutzen 96 Prozent der 12- bis 19-Jährigen regelmäßig WhatsApp und 63 Prozent Instagram. Fast jedes Handy in einer Klasse hat also mindestens zwei Meta-Apps, mit echtem Namen, Profilbild und Kontaktliste.

Was sind Metadaten?

Metadaten sind die Daten über die Nachricht, nicht die Nachricht selbst: wer schreibt wem, wann, wie oft, wie lange, von wo. Für eine einzelne Person wirkt das harmlos. Spannend wird es, wenn man von oben auf alle gleichzeitig schaut.

Animation: Was Metadaten verraten. Alle Namen sind erfunden.

Zwei Freundeskreise, jeder Punkt ein Mensch, jedes Licht eine Nachricht. Tagsüber schreiben alle durcheinander. Nachts wird es ruhig, nur zwei schreiben weiter: Max und Lea. Jede Nacht. Dann plötzlich Funkstille zwischen den beiden, Lea schreibt viel mit ihren Freundinnen. Und Max? Schreibt nachts mit Zoe, aus der anderen Gruppe.

Kein einziges Wort wurde gelesen. Und trotzdem weiß jeder, der zuschaut, was da gerade los ist.

Wer hat etwas davon?

Meta verkauft nach eigener Aussage keine Daten. Meta verkauft Werbeplätze. Werbekunden zahlen dafür, dass ihre Anzeigen genau den Menschen gezeigt werden, die am besten passen. Und wer am besten passt, ergibt sich aus Profil, Kontakten, Standort, Interessen und eben daraus, wann und mit wem man unterwegs ist. Fast der gesamte Umsatz von Meta kommt aus dieser Werbung.

So nutze ich das im Unterricht

Ich zeige die Animation ohne Ton und lasse die Klasse erzählen, was sie sieht. Meist dauert es keine zwei Minuten, bis jemand sagt: „Die sind zusammen.“ Und kurz danach: „Jetzt nicht mehr.“ Genau das ist der Moment, in dem Metadaten greifbar werden.

Danach sprechen wir darüber, welche Apps auf den eigenen Handys sind, wem sie gehören und was man einstellen kann. Nicht um Angst zu machen, sondern damit jeder selbst entscheiden kann.

Selbst ausprobieren

Die Animation ist Teil der Lernstraße Datenspuren auf mediendozent.de. Dort gibt es sie im weißen Raum als Station zum Anklicken, oder ganz schlicht als Text zum Lesen.

Quellen: JIM-Studie 2025 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (1.200 Jugendliche von 12 bis 19 Jahren, regelmäßige Nutzung), Geschäftsbericht 2025 von Meta Platforms.